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Alles nur Einbildung

grenzenlos

Die Menschen sind die einzige symbolaufstellende und damit grenzensetzende Spezies auf diesem Planeten.
Grenzen zwischen Ländern, zwischen Völkern.
Grenzen zwischen Menschen untereinander, zwischen Mensch und Umwelt. Grenzen zwischen Dingen und Umgebung.
Grenzen zwischen Zellen, Molekülen, Atomen.
Grenzen zwischen Planeten, Sternen, Galaxien.
Grenzen zwischen Körper, Seele und Geist.

So sieht die Welt für den Verstand aus:

Bild 2: ungezählte Grenzen.

Bild2

Eine Grenze teilt das Unteilbare in zwei Gegensätze, die keine Gegensätze sind. Eine Grenze schafft immer Konflikte. Vielleicht ist eine Grenze ja gar keine Grenze, sondern eine Berührungslinie oder -fläche. Das Ufer ist die Berührungslinie von Land und Meer, die Haut ist die Berührungsfläche von Organismus und Umwelt, innen und außen.

Wenn wir den Verstand vorübergehend abschalten, kommen wir der Wirklichkeit schon etwas näher:

Bild 1: Existenz, zwei Grenzen

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Wenn wir die vorletzte Grenze überschreiten, gewahren wir die letzte Grenze:

Bild 0: Nicht-Existenz

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Erst hinter der letzten Grenze finden wir die Wirklichkeit:

Kein Bild: grenzenlose Leere

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Die Leere, die Wirklichkeit, ist nicht Nichts und nicht Eins, sondern Nicht-Zweiheit, grenzen-los

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Grundbedürfnisse


Um die Grundbedürfnisse der Menschen (und der meisten anderen Lebensformen auf diesem Planeten) zu befriedigen, bedarf es Licht, Luft, Wasser und Erde.
Weitgehend zum Bereich Erde gehören nicht nur Grund und Boden, samt darauf errichteter angemessener Behausungen und die in angemessenem Rahmen dafür benötigte Energie, sondern auch Pflanzen und andere Lebewesen und alle Arten von Lebens-Mitteln.
Spekulationen mit diesen Grundbedürfnissen schaden nicht nur unseren Mit-Lebewesen, sondern ganz besonders der Menschheit insgesamt. Die Erde ist schon soweit in den Fängen der Konzerne und Banken, daß ein friedliches Zusammenleben kaum noch möglich ist und jetzt strecken sie ihre Finger auch noch nach dem Wasser aus. Bald werden sie auch Luft und Licht kontrollieren wollen.
Ich halte keinen der heute weltweit regierenden Politiker für fähig, zu erkennen, daß eine Politik, die jegliche Arten solcher Spekulation erlaubt, die Abwärtsspirale immer schneller drehen läßt, die die vollständige Vernichtung der Menschheit zur Folge haben wird, wenn nicht sehr bald etwas dagegen unternommen wird.

Nicht uns gehört die Erde, wir gehören der Erde und sie kann uns jederzeit zurücknehmen.

Die kleine Seele und die Sonne

Es war einmal eine Seele, die sich als das Licht erkannte.
Es war eine sehr neue Seele und deshalb auf Erfahrung erpicht.

»Ich bin das Licht«, sagte sie. »Ich bin das Licht.» Doch all dieses Wissen und Aussprechen konnte die Erfahrung davon nicht ersetzen. Und in dem Reich, aus dem die Seele auftauchte, gab es nichts außer dem Licht. Jede Seele war großartig, jede Seele war herrlich, und jede Seele erstrahlte im Glanz meines ehrfurchtgebietenden Lichts. Und so war diese kleine Seele eine Kerzenflamme in der Sonne. Inmitten des grandiosesten Lichts – von dem sie ein Teil war – konnte sie sich selbst nicht sehen und auch nicht erfahren, wer-und-was-sie-wirklich-ist.

Nun geschah es, daß diese Seele sich danach sehnte und verzehrte, sich selbst kennenzulernen. Und so groß war ihr Verlangen, daß ich eines Tages zu ihr sagte: »Weißt du, Kleines, was du tun mußt, um deinVerlangen zu befriedigen?«

»Oh, was denn, Gott? Was? Ich werde alles tun!« sagte die kleine Seele.

»Du mußt dich vom Rest von uns trennen«, gab ich zur Antwort, »und dann mußt du für dich die Finsternis herbeibeschwören.«

»Was ist die Finsternis, o Heiligkeit?« fragte die kleine Seele.

»Das, was du nicht bist«, erwiderte ich, und die Seele verstand.

Und so entfernte sie sich von Allem und machte sich sogar in ein anderes Reich auf. Und in diesem Reich hatte die Seele die Macht, sämtliche möglichen Formen von Finsternis in ihre Erfahrung zu rufen. Und das tat sie auch.

Doch inmitten all der Finsternis rief sie aus: »Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?« So wie ihr das auch in euren dunkelsten Zeiten getan habt. Doch ich habe euch nie verlassen, sondern euch immer zur Seite gestanden, bereit, euch daran zu erinnern, wer-ihr-wirklich-seid; bereit, immer bereit, euch nach Hause zu rufen.

Seid deshalb der Finsternis ein Licht und verflucht sie nicht.

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Autor und Copyright: Gott
Schon mal veröffentlicht in: Neale Donald Walsh, Gespräche mit Gott, Teil 1

Wie die Geschichte weitergeht, steht hier.

Das bist Du


Es war einmal eine kleine Seele, die klopfte ans Himmelstor.
Aus dem Inneren fragte eine Stimme: »Wer ist da?«
Die Seele antwortete: »Ich bin es!«
Die Stimme sagte: »Geh weg!«


Lange Zeiten vergingen.


Eines Tages kam die kleine Seele wieder einmal zum Himmelstor.
Sie klopfte an und die Stimme fragte: »Wer ist da?«
Und die ganze Seele antwortete: »Du bist es!«

Sinn


Die wirkliche Welt
kann keinen Sinn,
keine Bedeutung haben,
denn sie ist eins,
ungeteilt,
und da ist nichts,
worauf sie deuten könnte.

Ken Wilber

Warum die Religionen nicht aussterben werden

       Die Entwicklungsgeschichte der Gesamtheit aller Lebewesen auf der Erde, vom Einzeller über Mehrzeller (Pflanzen und Pilze nicht zu vergessen), wirbellose Tiere, Wirbeltiere bis zu den Säugetieren, wird Phylogenese genannt.

      Die Ontogenese des Menschen, die Entwicklungsgeschichte eines einzelnen Menschen, wiederholt in jedem einzelnen Individuum mehr oder weniger die gleichen Schritte wie die Phylogenese: von einer einzelnen Zelle über ein mehrzelliges Embyonalstadium, Kiemen, Flossen, Schwanz, die sich wieder zurückbilden, Wirbelsäule, Hirnstamm, limbisches System, Großhirn bis zum voll ausgebildeten menschlichen Körper. Bei anderen Lebewesen endet die Entwicklung auf der Stufe, die die Art insgesamt erreicht hat.

      Phylogenese und Ontogenese beschreiben aber nur die äußere, physische, materielle Entwicklung des Lebens. Auch wenn überwiegend mit äußeren Begriffen beschrieben, findet parallel dazu eine innere, psychische, geistige Entwicklung statt:

      Die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, vom aufrechten Gang, Jäger und Sammler (archaisch), Werkzeuggebrauch und Sprache, Gartenbaugesell-schaften (magisch), Schrift und Technologie, Ackerbaukulturen (mythisch) bis zur Industriegesellschaft (mental-rational) und ähnlich den Parallelen der Phylogenese und der Ontogenese, die Entwicklung des einzelnen Menschen von der Geburt, Krabbelphase, Spracherwerb, Rollenverhalten bis zum logischen Denken (wenn’s gut läuft).

      Diese vier Entwicklungsstränge (Phylogenese, kollektiv, außen; Ontogenese, individuell, außen; Menschheit, kollektiv, innen; Mensch, individuell, innen) finden sich in allem, was zum uns bekannten Universum gehört. Eine Stufe folgt der anderen. Es kann keine Stufe ausgelassen oder übersprungen werden. Obwohl man nicht Meister auf jeder Stufe werden muß, sind die Grundlagen jeder Stufe zwingend erforderlich, um die nächste Stufe zu erreichen.

Die innere Entwicklung der Menschheit (stark vereinfacht):
….Vor der mythischen Stufe, die vor etwa 3000 Jahren begann (mit ersten Anfängen vor 5000 Jahren), gab es das Selbst-Bewußtsein, daß für uns heute selbstverständlich ist, noch nicht.
….Zu archaischen Zeiten war die Welt pantheistisch, die Natur war identisch mit Gott, der Mensch empfand sich nicht als getrennt, als Teil der Natur, er war Natur selbst.
….Als der Mensch in magischer Zeit begann seßhaft zu werden, die Anfänge einer Kultur entstanden, empfand er erstmals einen Unterschied zwischen sich und der Natur, aber noch nicht als Individuum, er war nicht getrennt, nicht Teil vom Stamm, er war der Stamm, die Familie, der Clan zu dem er gehörte. In den Gartenbaugesellschaften haben die Frauen den Boden mit der Hacke bearbeitet, während die Männer jagen gingen. Das Matriarchat entstand und mit den Muttergöttinnen der Polytheismus.
….Das änderte sich zu Beginn der mythischen Zeit mit dem Aufkommen des Pfluges. Die schwere Arbeit des Ackerbaus führte zu häufigen Fehlgeburten, sodaß die Männer diese Arbeit übernehmen mußten. Das Patriarchat entstand und mit ihm der Monotheismus und das Bewußtsein eines einzigen Gottes da draußen und eines getrennten Selbst hier drinnen.
….Seit dem Beginn der Industrialisierung vor etwa 400 Jahren wird der Monotheismus langsam vom Atheismus abgelöst. Entgegen weitverbreiteter Annahmen ist der Atheismus kein Nicht-Glaube, sondern der Glaube an Nicht-Gott, so wie die vorgenannten Theismen Glauben an Gott, Götter oder Natur waren.
….Um diesem Dilemma zu entgehen, wurde später der Agnostizismus erfunden, der besagt, daß man nicht wissen kann, ob es soetwas wie Gott (sei es als Natur, Götter und Göttinnen, einen Gott oder Nicht-Gott) gibt oder nicht gibt.

Die innere Entwicklung des Menschen folgt dem gleichen Schema:
….Im Mutterleib und im ersten Lebensjahr empfindet sich das neue Wesen nicht als ein von der Welt getrenntes Subjekt, sondern als integraler Bestandteil der Mutter, einschließlich der gesamten Umgebung (archaisch). Erst langsam fängt es an, Teile der Umgebung als von sich selbst getrennte Objekte wahrzunehmen. Während es gehen und sprechen lernt, beginnt es, sich von der entfernteren, noch unbekannten Umwelt als getrennt zu empfinden. Die innige Verbindung mit der Mutter und der bekannten Umgebung bleibt nach wie vor noch erhalten (magisch). In der Kindergartenphase beginnt sich ein erstes Bewußtsein eines rudimentären Selbst zu entwickeln, das sich mehr und mehr als getrennt von der Umwelt wahrnimmt (mythisch) und bis zum Beginn der Pubertät zum rationalen Selbst-Bewußtsein heranreift. Die weitere Entwicklung des sich auch noch als vom Körper getrennt empfindenden Ich-Bewußstseins und des sexuellen Rollenverhaltens bis zum Erwachsenenalter dürfte dem Leser noch gut in Erinnerung sein.

      Die archaische und den größten Teil der magischen Ebene kann man auch als egozentisch bezeichnen. Die mythische und einen Teil der rationalen Ebene als ethnozentrisch oder nationalistisch. Erst die höhere rationale und die darüber hinausgehenden pluralistischen, holistischen, unitären Ebenen haben einen Sinn für weltzentrische Gedanken. Es hängt also alles daran, ob ein ausreichend großer Teil der Menschheit rechtzeitig eine weltzentrische Sicht erreicht, bevor wir uns auf Grund egozentrischer und nationalistischer Weltbilder selbst zerstören.

      Unabhängig davon, wie der gegenwärtige Entwicklungsstand der Weltbevölkerung aussieht: wenn man grob vereinfachend davon ausgeht, daß alle Menschen ca. 80 Jahre alt werden, dann wird sich zu jeder Zeit rund ein Viertel, das der 0- bis 20-jährigen, auf einer theistischen Entwicklungsstufe befinden. Keine der Entwicklungsstufen kann übersprungen werden, wenn die nächste erreicht werden soll, daher können die Religionen niemals aussterben.
Zur Zeit sieht es so aus, als ob sich ein großer Teil der Menschheit in ihrem bisherigen Leben (auch wenn sie schon über 60 oder 70 sind) noch nicht über die mythische Stufe hinaus entwickelt hat.

      An den Religionen an und für sich ist nichts weiter tragisch, schlimm ist nur, was Kirchen, Fundamentalisten und ReGIERungen daraus gemacht haben. Machtpolitik ist ein Kennzeichen der mythischen Entwicklungsstufe.
Der Glaube der mythischen Ebene ist heutzutage für den erwachsenen Menschen überholt. Er muß durch Wissen, durch Erkenntnis abgelöst werden. Die gegenwärtige Wissenschaft jedoch ist im Glauben an die Rationalität und an Nicht-Gott steckengeblieben und verhindert dadurch jegliche spirituelle Erfahrung, die uns den tieferen, verborgenen Sinn der Religionen aufzeigen könnte.

      Neben den Ebenen gibt es noch verschiedene Entwicklungslinien, wie z.B. kognitiv, emotional, ethisch, spirituell. Die Entwicklung in den einzelnen Linien erfolgt zwar streng hierarchisch, wie oben beschrieben kann keine Ebene übersprungen werden, aber nicht synchron in allen Linien. Wo die Entwicklung in einer Linie schon über die rationale Ebene hinaus gegangen ist, kann sie sich in anderen Linien noch auf der magischen oder mythischen Stufe befinden.

      Ein Mensch, der sich kognitiv auf der rationalen Ebene befindet und ethisch auf der mythischen, kann zwar verstehen, daß Atomwaffen alle Menschen bedrohen, wird aber nicht zögern, sie einzusetzen, um seinen eigenen Stamm zu schützen, ohne Rücksicht darauf, daß er damit die gesamte Menschheit in Grund und Boden bombt.

„Subjektive Religion und unpersönliche Wissenschaft sind Komponenten des sozialen Entwicklungsprozesses der Vergangenheit und stehen im Gegensatz zu der umfassenden unitären Überzeugung, die aus ihnen hervorwächst. Die unitäre Lebensform läßt sich nicht mit den unvollständigen Begriffen einer dissoziierten Kultur darstellen. Sie ist keine Religion, denn sie beruht auf den sozial anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen; sie sucht oder verheißt nicht Ewigkeit. Sie ist keine objektive Wissenschaft, die unbekümmert um ihren Einfluß auf das Leben arbeitet, denn sie ist eins mit Fühlen und Handeln; ihr Kriterium ist nicht neutrale Objektivität, sondern Entwicklung des Lebens durch Erkenntnis der Wahrheit. Die unitäre Form geht über die Formen der dissoziierten und der wenig differenzierten Gesellschaften hinaus. Der Drang des Menschen nach Einheit erschuf zuerst die subjektive Religion, dann die objektive analytische Wissenschaft; jetzt korrigiert er die Einseitigkeit dieser Haltungen und ersetzt sie durch eine einzige vollständige Lehre.“ (Lancelot Law Whyte, Die nächste Stufe der Menschheit, 1946)

Nieselregen auf dem Berge Lu
und wilde Wellen auf dem Che-chiang.
Solange du nicht dort gewesen,
wirst du dich darum grämen.
Warst du erst dort und wendest wieder heim den Schritt,
wie nüchtern sehen die Dinge aus:
Nieselregen auf dem Berge Lu
und wilde Wellen auf dem Che-chiang.

Su Tung-P’o

Wissen… schafft…

       Die Wissenschaften haben sich seit dem Beginn der Moderne und der Aufklärung vor drei- bis vierhundert Jahren die größte Mühe gegeben, jegliche Art von innerer und subjektiver Erkenntnis zu vernichten. Wahr darf nur noch sein, was materiell, meßbar, quantifizierbar, objektiv ist.

      Was ist denn aber nun Erkenntnis? Wie kann man überhaupt etwas wissen?
Um etwas zu wissen, muß man sich unter anderem an vergangene Erfahrungen erinnern und sie mit gegenwärtigen Erfahrungen vergleichen können.
Wenn ich dir etwas erzähle, kannst du es glauben oder nicht. Wenn du es glaubst, weißt du es aber dennoch nicht, weil du nicht weißt, ob ich die Wahrheit gesagt, gelogen oder mich geirrt habe.
Der einzige Weg Wissen mitzuteilen, ist durch Injunktion (Vorschrift) oder, wie George Spencer-Brown es ausgedrückt hat, durch Befehl und Betrachtung.

Nimm einen Apfel in die Hand. Laß ihn los. Was passiert? Er fällt nach unten. Wiederhole das Experiment mit verschiedenen Gegenständen. Du wirst feststellen: alles fällt nach unten.
Nun nimm einen Vogel in die Hand und laß ihn los. Was passiert? Wenn du nicht weißt, was ein Vogel ist, wirst du überrascht sein. Genauso überrascht wärst du, wenn du eins der Experimente in einer Raumstation bei Schwerelosigkeit machen würdest.

       Auf dieser empirischen (aus der Erfahrung gewonnenen) Methode beruht ein großer Teil der wissenschaftlichen Erkenntnis. Die empirische Wissenschaft verläßt sich nur auf sinnlich wahrnehmbare Beobachtungen materieller Vorgänge, die von jedem anderen wiederholt und dadurch bestätigt werden können. Während die Wissenschaftler Naturgesetze aus ihren gemeinsamen Beobachtungen formulieren, vergessen viele von ihnen, daß sie diese Gesetzmäßigkeiten auf einer nicht-materiellen, nicht beobachtbaren Grundlage aufbauen. Kein Mensch hat bisher Variablen (Zahlen), Operatoren (+, -, *, /, =) oder Gleichungen in der materiellen Welt mit seinen Sinnen beobachten können.

       Die extreme Variante der sogenannten Postmoderne dagegen führt sich selbst damit ad absurdum, als sie behauptet, es gäbe überhaupt keine Wahrheit, sondern nur (Be)-Deutung, Interpretation. Wenn diese Aussage wahr ist, dann ist sie falsch.
Nicht weniger paradox ist jedoch die Auffassung der Empiriker, wenn sie behaupten, daß nur wahr sein könne, was empirisch (im engen Sinne) beweisbar sei. Es ist bisher noch niemandem gelungen, in der beobachtbaren materiellen Welt so etwas wie Wahrheit festzustellen. Somit kann weder einer linguistischen Aussage, noch einer mathematischen Formel ein materieller Wahrheitswert zugeordnet werden. Auch wenn der Verstand sehr gut in der Lage ist, objektive Abstraktionen der wirklichen, materiellen Welt herzustellen, sind Mathematik, Logik, Linguistik etc. keine Bestandteile der materiellen Welt, sondern der nicht-materiellen Welt des Verstandes.
Um es auf die Spitze zu treiben: da noch kein »Wissen«schaftler jemals »Wissen« angefaßt hat, müßte das Wort »Wissen« aus der Bezeichnung empirische »Wissen«schaft gestrichen werden.

       Schon Euklid hat vor über 2300 Jahren eindrucksvoll gezeigt, daß man in diesem nicht-materiellen Bereich des Verstandes etwas genauso sicher wissen kann, wie im materiellen.
Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl, die nur durch sich selbst oder durch eins ohne Rest teilbar ist. Die ersten Primzahlen sind 2, 3, 5, 7, 11… Je größer die Primzahlen werden, desto seltener werden sie. Man kann sich nun fragen, gibt es unendlich viele Primzahlen oder hören sie irgendwann auf? Ich kann es dir sagen, dann wirst du es aber nicht wissen. Wenn du jedoch die Injunktion von Euklid befolgst, wirst du es wissen, ohne daß ich es dir gesagt habe.

Befehl 1: Nimm an, es gäbe eine größte Primzahl P.
Betrachtung1: Um es einfach zu machen nehmen wir die 5.
Befehl 2: Multipliziere alle Primzahlen von 2 bis P. Nenne diese Zahl Q.
Betrachtung 2: Q=2*3*5=30. Offenbar läßt sich diese Zahl ohne Rest durch alle Primzahlen von 2 bis P teilen.
Befehl 3: Addiere 1 zu Q.
Betrachtung 3: Diese Zahl, Q+1=31, läßt sich nicht durch eine der Primzahlen von 2 bis P teilen, ohne daß ein Rest von 1 bleibt.
Also ist Q+1 entweder selbst eine Primzahl oder durch eine Primzahl teilbar, die nicht in der Menge von 2 bis P enthalten ist, von der wir annahmen, daß es alle Primzahlen seien.
Wenn wir aus jeder endlichen Menge von Primzahlen nach dieser Vorschrift immer eine neue Primzahl erzeugen können, die in der ursprünglichen Menge nicht enthalten war, dann…

       Viele Wissenschaftler sind ja inzwischen bereit, Wissen im Bereich des Verstandes zu akzeptieren, auch wenn es nicht empirisch (im engen Sinne) verifizierbar ist, doch empirisch heißt aus Erfahrung und wenn du den Anweisungen gefolgt bist, hat du eine Erfahrung gemacht.

       Der Bereich des Geistes jedoch wird von der Wissenschaft noch fast völlig ignoriert. Wenn die Materie die eine Seite der Medaille ist, dann ist der Geist (spirit) die andere Seite. Nicht zu verwechseln mit dem Geist / Verstand (mind) (den geistigen Fähigkeiten), der irgendwo dazwischen liegt.

       Dabei ist es nicht schwieriger, Wissen im Bereich des Geistes zu erwerben, als im Bereich des Verstandes, wie Buddha vor über 2500 Jahren mit folgender Injunktion gezeigt hat:

Betrachte alles und sage dir von allem: »Dies ist vergänglich.«

      Diese Anweisung ist dem wissenschaftlichen Verstand viel zu »esoterisch«, suspekt, um es überhaupt in Erwägung zu ziehen, ihr Folge zu leisten. Grade weil ich wissenschaftlich ausgebildet wurde, empfinde ich es als riesengroße Dummheit der Wissenschaften, dieses Angebot auszuschlagen.
Für unsere heutige Zeit ist es wohl angebracht, die Instruktionen etwas zu verfeinern. Etwas schwieriger zu beschreiben, als eine Injunktion für den Bereich der Materie oder des Verstandes, da der Geist jenseits des Verstandes liegt. Der Verstand ist jedoch die einzige Instanz, die Beschreibungen anfertigen kann. Weder Materie noch Geist kennen Wörter, Symbole oder Bedeutungen und die Naturwissenschaften haben sich seit über 300 Jahren nur auf den materiellen Bereich konzentriert, sodaß der Geist fast völlig vergessen wurde.

       Diese Beschreibung kann naturgemäß nicht so präzise sein, wie die Anleitung zu den Primzahlen, da der Geist nicht den Regeln des logischen Verstandes gehorcht und auch mit Hilfe der Sprache nicht zu erklären ist.

1. Sorge dafür, daß du für mindestens 10 Minuten ungestört bist, nicht von Geräuschen abgelenkt wirst. Setze oder lege dich bequem hin und schließe die Augen. Damit reduzierst du die Sinneswahrnehmungen soweit, daß sie deine Aufmerksamkeit nicht ablenken.
2. Beobachte deine Gedanken. Du kannst dich gelegentlich fragen: »Wer bin ich?« oder »Wo kommen meine Gedanken her?« Sei dir bewußt, daß das Gedanken sind. Beobachte sie. Achte auf die Form der Gedanken, nicht auf den Inhalt. Form bedeutet: sind es Bilder, Töne / Worte, Gefühle, sind sie groß oder klein, laut oder leise, stark oder schwach, wo kommen sie her, wo gehen sie hin, treten sie einzeln auf oder in Gruppen, sind Lücken dazwischen…
Achte besonders auf die Lücken, Pausen, Löcher, Zwischenräume.
3. Nachdem du im ersten Schritt die Aufmerksamkeit von den materiellen Sinnen abgezogen hast und im zweiten auf die Gedanken gerichtet hast, ziehe nun deine Aufmerksamkeit von den Gedanken ab und richte sie auf das, was keine Sinneswahrnehmungen und keine Gedanken sind.
Was ist das da zwischen, hinter den Gedanken?

      Das ist natürlich nur ein Anfang… wenn du das Auge des Geistes noch nie vorher geöffnet hast… laß dich nicht entmutigen… wiederhole diese Übung mindestens einmal täglich, bis du beginnst zu »sehen«…
… und solange du das Experiment nicht selbst durchgeführt und Erfahrungen damit gesammelt hast, hast du keinen Grund, dich über andere lustig zu machen, die es getan haben.

Es ist nicht nötig, irgendetwas zu glauben, wenn man wissen kann…

Hierarchie

      Hierarchie bedeutet heilige Herrschaft, im Gegensatz zu einer pathologischen Herrschaft, die man Pathokratie nennen müßte. Zur Zeit gibt es nirgendwo auf der Welt eine funktionierende Hierarchie. Alle Völker werden von Pathokraten jeglicher Couleur regiert.

       Das Wort Herrschaft wurde schon viel zu lange mißbraucht, um es noch sinnvoll verwenden zu können. Ursprünglich meint heilige Herrschaft nichts anderes, als eine natürliche Rangfolge. So wie Moleküle aus Atomen aufgebaut sind, sind Zellen aus Molekülen, Organe aus Zellen, Individuen aus Organen und Kulturen und Gesellschaften aus Individuen aufgebaut. Das ist eine natürliche Rangfolge.

       Wiewohl ein Individuum aus Zellen aufgebaut ist, gibt es Zellverbände und Organe innerhalb des Organismus, die auf untergeordneten Stufen zusammenarbeiten müssen, damit der Organismus als ganzes funktioniert. Auf Zellebene sind das u.a. funktionelle Molekülverbände und Zellorganellen.

       Wenn nun ein Atom eines Moleküls die Macht an sich reißt, Entscheidungen trifft, die nicht im Interesse des Moleküls liegen, hört das Molekül augenblicklich auf zu existieren. Auf der nächst höheren Ebene der Hierarchie reicht nicht mehr ein einzelnes Molekül um die ganze Zelle zu zerstören, aber einige wenige könnten das erreichen. Auf gesellschaftlicher Ebene müssen schon viele kleine Gruppen von Individuen gut koordiniert zusammenarbeiten, um das ganze System ernsthaft zu stören. Was auf der Ebene von Atomen und Molekülen noch nicht möglich ist und auf der Ebene von Zellen und Individuen nur in begrenztem Umfang, ist auf der Ebene von Kulturen und Gesellschaften schon eine Möglichkeit, das ganze System so umzustrukturieren, daß auf einer höheren Ebene der Gemeinschaft und Zusammenarbeit ein neuer stabiler Zustand erreicht werden kann, ohne die ganze Gesellschaft völlig zu zerstören.

       Es geht nicht darum, die natürliche Rangfolge abzuschaffen. Es geht darum, die natürliche Rangfolge herzustellen. Es kann nicht angehen, daß einzelne Individuen und auch Gruppen, wie Terroristen, Parteien oder Lobbyisten, die integraler Bestandteil der Gesellschaft sind, die nächst höhere Ebene, die Gesellschaft, beherrschen. In einem lebenden Organismus ist das Gehirn die Haupt-Steuerzentrale, neben anderen unabhängigen Zentren. Wenn das Gehirn oder ein anderes Zentrum nicht im Sinne der Gemeinschaft handelt, braucht nur das Arschloch seinen Dienst zu verweigern, um den ganzen Organismus in arge Bedrängnis zu bringen. Es geht also in den Gesellschaften, wie auch im Organismus, um die Abschaffung aller pathologischen Strukturen (den pathologischen Herrschaftsformen) und nicht um Gleichmacherei.

       In diesem Sinne bedeutet Anarchie, daß die Mitglieder einer Gesellschaft gleichberechtigt, un-beherrscht von ihresgleichen, friedlich zusammenleben, innerhalb der natürlichen Rangfolge und jeder seinen natürlichen Aufgaben nachkommt. Damit ist nicht gesagt, daß innerhalb einer Gesellschaft keine hierarchischen Strukturen nötig wären, um den Zusammenhalt zu gewährleisten. Das hierarchische Prinzip ist so tief im Universum verwurzelt, daß die Forderung alle Hierarchien abzuschaffen sich widerspricht, da sie selbst eine hierarchische Forderung ist.

Sprüche 1.7

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.

Hebräisch:  יראת יהוה ראשית דעת

Die Furcht des HERRN hat mich schon immer irritiert.
Ich habe mich oft gefragt, wovor der HERR sich fürchtet.

Mit lateinischen Buchstaben könnte man diesen hebräischen Satz etwa so schreiben:

Irat JHWH Reshit Da’ath.

Reshit ist der Beginn oder der Anfang.
Oder der Ursprung.
Da’ath heißt Wissen oder Erkenntnis.
Das wäre schon mal relativ eindeutig.
Aber was bedeutet dann Irat JHWH?

JHWH ist der unaussprechliche Name. (Nicht Gottes, nein!)
Unaussprechlich eben, pssst!
Wird meistens mit der HERR übersetzt.
Die alten Hebräer sagten an dieser Stelle Adonai, d.h. Herr.

Irat bedeutet nach meinem Lexikon Ehrfurcht.
Die Ehrfurcht des HERRN oder die Ehrfurcht vor dem HERRN?
Mit Ehrfurcht komme ich auch nicht viel weiter.
Demut – als Gegensatz zu Hochmut paßt auch nicht besser.
Respekt kommt vom lateinischen zurück-sehen.
Eher Wertschätzung oder Liebe.
Hochachtung hört sich noch besser an, ist mir aber zu hoch.
Also nur Achtung! Achtsamkeit.
Oder Aufmerksamkeit.

Weiter steht im Lexikon Irat JHWH heißt Religion.
Das kommt wiederum vom lateinischen Wort für (zu)rück-binden.
Was soll hier also wohin zurück-gebunden werden?
Die Aufmerksamkeit ins HIER & JETZT?

Dann würde ich den Satz folgendermaßen übersetzen:

Bewußt SEIN ist der Anfang der Erkenntnis.

Und plötzlich bekommt der Satz eine Bedeutung…
(für den Verstand…)

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